sabato 25 maggio 2013

Bettler-Artikel: Dall'Ó antwortet

Der ff-Chefredakteur Norbert Dall'Ó reagiert auf die Kritik, die auch von der Antifa Meran formuliert wurde. Der Textlaut im Original, den wir natürlich im Sinne der ausgewogenen Berichterstattung veröffentlichen:
antifa schreibt, ich hätte \"falsch, tendenziös, einseitig und ungenau recherchiert\".
nun, ich war tagelang unterwegs, habe mit den betroffenen gesprochen und situationen in vergleichbaren ländern analysiert. der artikel ist das ergebnis dieser recherche: unvoreingenommen und möglichst ohne scheuklappen. mir ist es bewusst, dass das thema heikel ist: es geht um menschen, die im elend leben, es geht um eine minderheit. aber dies kann für mich als journalist kein grund sein, skandalöse zustände, die ich mit eigenen augen gesehen habe, zu verschweigen. warum wurde das lager, der slum unter der mebo-brücke in meran, so lange geduldet? aus humanitären gründen? weil man den ärmsten der armen helfen wollte? oder schlicht und einfach deshalb, weil man sich die hände nicht schmutzig machen will? nach dem motto: aus den augen aus dem sinn.
liebe antifa: diese bettler als ausdruck von \"ziganismus\" schönreden zu wollen, ist eine verhönung der roma und sinti. wie muss eine bande organisiert sein, um sie als solche zu bezeichnen? genügt ein \"capo\", den ich die ehre hatte kennenzulernen, der zehn leute zum betteln schickt (treffender wäre der begriff \"zwingen\", aber dafür gibt es ja keine beweise) und der ihnen die plätze zuteilt?
lieber riccardo: deine kritik in ehren, aber was haben die grünen bislang getan, um diesen menschen zu helfen? man solle die armut bekämpfen und nicht die armen: klingt gut der spruch (ich könnte x ff-geschichten nennen, die genau dies zum thema hatten), aber was bedeutet der spruch konkret für die rumänischen bettler? lassen sich diese überhaupt helfen? warum wenden sie sich in ihrer not weder an die caritas noch an eine der vielen karitativen einrichtungen? meine recherchen haben ergeben: weil sie mit betteln eben recht gut \"verdienen\". logisch gibt es keine genauen zahlen dazu, aber ich habe keinen grund, an den aussagen von stadtpolizisten und sozialarbeitern zu zweifeln, die für die südtiroler städte bozen, meran und brixen ein inkasso von 60-80 euro pro bettler und tag als durchschnittswert bezeichnen.
nein, ich habe kein problem mit bettlern. allerdings ist es mein, unser job, über phänomene und zustände zu recherchieren und zu schreiben, und zwar unabhängig davon, ob es einer lobby oder einem blogspot gefällt oder nicht. mein artikel mag unvollständig sein, so wie die durchaus bemerkenswerte studie des st.-ursula gymnasiums, die ihr abschätzig als \"schüleraufsatz\" zu disqualifizieren versucht, sicherlich auch unvollständig ist. aber wenn ihr wegen einer solchen story \"kotzen\" müsst, dann kann ich nur viel glück wünschen in einer heilen schwarz-weiß-welt, wo die guten immer die guten und die bösen immer die bösen sind.
norbert dall’ò 

venerdì 17 maggio 2013

„ff“-Leitartikel ist ein Skandal - Antifa Meran fordert Konsequenzen

"Die Veröffentlichung des 'Invasion der Bettler'-Artikels in der letzten ff-Ausgabe von Norbert Dall'Ò, seines Zeichens Chefredakteur, ist ein einziger Skandal." Die Antifa Meran, Vereinigung gegen Faschismus und Rassismus, fordert in einer Aussendung eine Richtigstellung und personelle Konsequenzen. Es sei inakzeptabel, dass ein solcher Text überhaupt publiziert worden ist, und spricht nicht für die Qualität dieser Zeitung. Der Artikel ist tendenziös geschrieben, bringt unhaltbare Behauptungen und ist mehr als miserabel recherchiert.

Der Chefredakteur bedient sich in diesem Text nicht nur gängiger Klischees und Vorurteile, er hat auch alle journalistischen Mindeststandards über Bord geworfen. Weder die Behauptung einer "organisierten kriminellen Vereinigung" hinter den BettlerInnen lässt sich nachweisen, noch entspricht das angebliche Tageseinkommen von 80 Euro nur im Entferntesten der Realität. Seriöse wissenschaftliche Untersuchungen sprechen von einem Tagesverdienst von 12 bis 16 Euro, was eine "organisierte Kriminalität" von selbst ad absurdum führt: Es wäre schlicht und einfach nicht lukrativ genug. Nichtsdestotrotz erweckt der Autor den Eindruck einer "Invasion" krimineller "Bettel-Clans", die in Südtirol fette Beute machen.

Norbert Dall'Ó untermauert seine Thesen mit SchülerInnenaufsätzen, wenn er die "Feldstudie" einer bundesdeutschen Gymnasiumsklasse zitiert, und hat für die Recherche offensichtlich nicht ein einziges fachwissenschaftliches Werk zu Rate gezogen. Vielmehr versteigt er sich in abwertende und antiziganistisch gefärbte Aussagen über Roma, die in "Zigeuner-Camps hausen", schreibt über "Beutezüge von Bettel-Clans" und Hochburgen von "Rumänen-Clans". Für eine ähnlich widerwärtige Aussage über "Marokkaner-Diebe" hat ein ehemaliger FPÖ-Kandidat in Tirol 8.000 Euro Strafe gezahlt, um einer Verurteilung zu entgehen.

Dass seitenweise frustrierte Polizeiexponenten zu Wort kommen und die Gegenseite mit ein paar Zeilen abgespeist wird, trägt ebenso wenig zur ausgewogenen Berichterstattung bei. Auch wenn er mehrfach anonyme Aussagen Dritter zitiert, ist letztlich der Autor für das Gesamtbild verantwortlich, das sich ergibt. Denn anstatt nach den strukturellen Ursachen von Armut, Bettelei und Verrohung zu fragen, wird hier eine reißerische Story über eine "internationale Bettelmafia" konstruiert, die sich gut verkaufen lässt.

Tendenziöse Berichterstattung, Einseitigkeit und Effekthascherei - wenn das die "Qualität" des ff-Wochenmagazins ist, dann ist es um die Südtiroler Medienlandschaft schlecht bestellt. Was jetzt unmittelbar gefragt ist, ist eine Entschuldigung und Richtigstellung vonseiten des Autors. Ansonsten sind die LeserInnen und AbonentInnen ihrerseits gefordert, Konsequenzen zu ziehen.


Die Kritik im Detail

Norbert Dall'Ó und sein Bettler-Problem

Ich kann gar nicht so viel ff-Wochenmagazin lesen, wie ich kotzen möchte. Schon allein das Cover der letzten Ausgabe  (20/2013 vom 16.5.) reicht dazu: "Invasion der Bettler" heißt es in fetten Buchstaben. Die Kernaussage des Artikels: Kriminelle Bettelbanden aus Rumänien suchen Südtirol heim und machen dabei fette Beute, während Polizei und Politik machtlos sind.
Was Norbert Dall'Ó - langjähriger Chefredakteur der Zeitung, die sich als Südtiroler Qualitäts- und Leitmedium versteht - dabei auftischt, hat mit Journalismus nichts mehr zu tun: Es ist schlichtweg falsch, tendenziös, einseitig und ungenau recherchiert. Jeder dieser Kritikpunkte soll im Folgenden klar dargelegt werden.

Falsche Aussagen
Der Verfasser stellt falsche Behauptungen auf, die er weder mit seinen Quellen belegen kann, noch einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten.

Die Behauptung der "kriminellen, organisierten Bettelbanden" zieht sich durch den ganzen Artikel: Auf dem Cover ist von "organisierte[n] Clans aus Rumänien" die Rede, in der Artikelüberschrift heißt es "Die Clans der Profibettler" und darunter: "Sie kommen aus Rumänien, sind straff organisiert* [...] und erwirtschaften bis zu 8.000 Euro am Tag". Im Kasten (S.31) steht dann: "Vielfach werden Roma bereits im jugendlichen Alter von kriminellen Banden zur Bettelei gezwungen, wobei die den Großteil der "Beute" an ihre Zuhälter abgeben müssen."
Wie wird diese Behauptung gestützt? Aus den zitierten Polizeiquellen geht meist lediglich hervor, dass die BettlerInnen "Profis" seien, was aber nur bedeutet, dass dies die einzige oder primäre Erwerbstätigkeit dieser Menschen ist. Auch der Brixner Stadtpolizist stellt nur vage Vermutungen über die angeblich "straffe Organisation" auf, wenn er beobachtet, "dass sie [die Bettler] gemeinsam anreisen und sich zu Mittag im Herrengarten treffen, wo sie sich besprechen und mit belegten Brötchen stärken". Selbst der interviewte Polizeileutnant sagt klar und deutlich: "Ob es sich um regelrechte Banden handelt, das kann ich Ihnen nicht sagen. Wir haben zwar so unsere Vermutungen, aber Beweise gibt es dafür nicht." Und auch auf der Seite der zitierten "Feldstudie des Attendorfer St.-Ursula-Gymnasiums" (zur Qualität dieser Quelle siehe weiter unten) heißt es vage: "Ob es in Deutschland [...] organisierte Bettel-Syndikate gibt, lässt sich durch unsere Beobachtungen weder bestätigen noch widerlegen." Für den Autor rüttelt das nicht am Mythos der Bettelbanden, vielmehr ist es einfach der Polizei in Südtirol "bislang nicht gelungen, den Beweis für die Existenz einer „Bettlermafia“ zu erbringen." (S.36)
Was sagt die Wissenschaft dazu? Vor einem Jahr führten die Soziologieprofessoren Jean-Pierre Tabin und René Knüsel der Universität Lausanne für eine Schweizer Jugendbehörde eine Studie durch, die die Lebensbedingungen von Bettlern in der Stadt genauer analysieren sollte. Ihr Fazit: Es gibt keine Bettelbanden, "Bettelorganisationen sind eine Legende, die es bereits im Mittelalter gab." Und was hat es mit den Schätzungen auf sich, nach denen die einhundert rumänischen BettlerInnen in Südtirol pro Tag 7.000 bis 8.000 Euro erhalten? Wenn die Summe pro Kopf angegeben wird (70 bis 80 Euro), klingt es erstens weit weniger spektakulär und ist zweitens dennoch viel zu hoch angegeben.
Tabin erklärt glasklar: "Wie bereits andere Untersuchungen hat auch unsere Studie gezeigt, dass man mit Betteln auf ein tägliches Einkommen von 15 bis 20 Franken [12 bis 16 Euro] kommt. Stellen Sie sich jetzt vor, was für eine Organisation nötig wäre, um tatsächlich viel Geld zu verdienen. Man müsste ein Netzwerk von Hunderten oder sogar Tausenden Bettlern aufbauen, damit es finanziell interessant wird. Wenn Sie fähig sind, ein solches Netzwerk aufzubauen – glauben Sie wirklich, dass Sie sich dann auf das Bettelwesen konzentrieren würden? Es ist schlicht nicht lukrativ genug, es gibt keinen vernünftigen Grund dafür."


Tendenziöse Berichterstattung
Der Artikel enthält Wörter und Passagen, die die Voreingenommenheit des Autors ausdrücken.

Die Berichterstattung sowohl über den Vor-Ort-Besuch, als auch über BettlerInnen allgemein ist durch eine sehr negative Einstellung des Autors geprägt. Dies wird durch abwertende Begriffe wie "hausen", "Clan" und "Beute" deutlich. Ganze sechs Mal schreibt der Autor absichtlich "hausen" und nicht etwa "leben" oder "wohnen" - ein Wort, das mit Tieren in Verbindung gebracht wird. Und während etwa im Kasten (S.31) der Begriff "Beute" (der einen Raub oder Betrug nahelegt) noch in Anführungszeichen gesetzt ist, schreibt der Autor weiter unten von "Clans aus Rumänien", die "auf Beutezug [...] gehen". Ebenso der "Zigeuner"-Begriff, der sehr negativ behaftet ist: Im Kasten (S.31) schreibt der Autor zuerst ganz lapidar von Romas, "die umgangssprachlich auch als Zigeuner bezeichnet werden", nur um ein paar Seiten weiter von Roma zu schreiben, "die aber nicht in Zigeuner-Camps hausen, sondern in eigenen Clans". Und aus den "rumänischen Bettel-Clans" werden bis zum Schluss einfach "Rumänen-Clans" (S.36) - eine Bezeichnung, die den "Marokkaner-Dieben" der Tiroler FPÖ um gar nichts nachsteht.
Zudem wird durch mehrere Passagen die negative Meinung des Autors deutlich. "Hier, unter dem Viadukt der MeBo, zwischen Eisenbahn und Etsch, hausen jene Menschen, die landauf, landab als Angehörige der „Bettlermafia“ bezeichnet werden.", so der Autor. Diese Bezeichnung ist jedoch keineswegs allgemein gebräuchlich.
Und weiter: "Auch in Südtirol wird jetzt verstärkt der Ruf nach einem Bettelverbot laut. Als am vergangenen Wochenende in einer Gruppe von Golfern in Reischach das Gespräch auf dieses Thema kam, wurde mächtig auf die Bürgermeister drauflosgeschimpft, die in dieser Sache „untätig, ja feige“ seien." Die "Gruppe von Golfern" dürften wohl kaum repräsentativ für Südtirol sein.
Nicht zuletzt die Darstellung der "politisch korrekten [Gutmenschen]": "Bettlerplage, falsche Arme, Betrüger, Profi-Mitleidserreger. So die krasse Wortwahl der meisten Südtiroler, mit denen ff dieser Tage sprach. Einzig Sozialverbände wie die Caritas oder politische Gruppierungen wie die Grünen sprechen politically correct von „den Ärmsten der Armen, die ein Recht auf unsere Solidarität haben“.
Oder der Pfarrer, dem unterstellt wird, die BettlerInnen zu verhätscheln: "Wolfgang Puchner, der „Grazer Armenpfarrer“, kümmert sich um sie – offenbar dermaßen erfolgreich, dass die steirische Hauptstadt seit Jahren über ein Verbot der organisierten Bettelei streitet."


Schlampige Recherche

Der Autor hat für den Artikel schlampig (bzw. gar nicht) recherchiert.

Neben den Polizeiaussagen, die das Gros der angeführten Quellen ausmacht (sieh dazu unten), zitiert der Autor großspurig eine "Feldstudie des Attendorfer St.-Ursula-Gymnasiums in Deutschland", um seine These der Bettelbanden zu untermauern. Aus dieser Studie geht hervor, "dass diese neue Art von Bettlern in ihren Heimatländern zum Teil „systematisch ausgesucht und sogar ausgebildet werden“, um diesen Job zu verrichten. Zur Ausbildung gehöre nicht nur das Vortäuschen von Behinderungen jeder Art, sondern auch der Umgang mit den Behörden und der Polizei sowie detaillierte Informationen über Rechte und Pflichten. Als würden sie einem strategischem Plan folgen, suche sich jeder Familienclan eine eigene Gegend aus."
Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich diese "Feldstudie" als Schulprojekt von OberschülerInnen, die sich bei ihren Vorbemerkungen (auf die sich der Autor bezieht) auf Boulevardmedien stützen und deren "Feldarbeit" von RTL und RTL 2 begleitet wurde.
Von dieser gänzlich unseriösen Quelle hat der Autor auch den historischen Verweis von der Bettlerverordnung (S.35) eins zu eins übernommen: "Bettlerverordnungen gibt es im deutschsprachigen Raum seit dem Jahr 1478. Schon damals unterschied man in Nürnberg zwischen Menschen, die mittels eines Bettelbriefes das Recht hatten, um mildtätige Gaben zu bitten, und all den anderen, die meist von auswärts kamen und dieses Recht nicht hatten.", heißt es im Artikel. Auf der SchülerInnen-Homepage ist zu lesen: "Als Erste erließ deshalb die Stadt Nürnberg [...] 1478 eine so genannte "Bettlerordnung" [...] Meist legten die Bettlerordnungen auch fest, wer überhaupt zum Almosenempfang zugelassen war. In der Regel unterschieden die Stadtoberen hier strikt zwischen einheimischen und auswärtigen Bettlern."
Die Ausführungen im Kasten (S.31) hingegen scheinen von Wikipedia zu stammen, jedenfalls ist nirgends ersichtlich, dass der Autor auch nur etwas an wissenschaftlicher Literatur zur Recherche des Themas herangezogen hat.
Nicht zuletzt die "Bettlerlobby": "Als Gegenreaktion auf die Kampagnen von rechts formierte sich eine regelrechte „Bettlerlobby“. Deren Wortführerin in Österreich ist Marion Thuswald." Diese Vereinigung hat natürlich nichts mit einer hochbezahlten Lobbyagentur zu tun, wie der Autor suggeriert, sondern ist ein lokaler Zusammenschluss von Straßenzeitungen und Sozialvereinen, die sich gegen die mediale und politische Verfolgung von BettlerInnen wehrt. Sie heißt übrigens "BettelLobby", Thuswald ist die Pressesprecherin der Wiener Sektion und die angebliche Aktion mit "rund 100 Menschen", von der im Artikel berichtet wird, existiert lediglich als Aufruf.


Einseitige Darstellung

Der Autor hat für den Artikel sehr einseitig recherchiert und bezieht sich in seiner Darstellung fast ausschließlich auf eine Quelle (die Polizei).

Mit dem obigen Punkt verbunden ist die Einseitigkeit der Darstellung. Es dominiert nur jene Sicht, die die These des Autors unterstützt (Problem Bettelbanden). Hierzu wird primär die Sicht der Polizei geschildert, die schon allein aufgrund ihrer Nähe zum "Geschehen" voreingenommen ist. Hier eine Liste der zitierten Personen aus dem Polizeiapparat:
  1. Leutnant Nives Fedel von der Stadtpolizei Bozen...
  2. Gernot Wieland von der Stadtpolizei Brixen...
  3. Ein Südtiroler Stadtpolizist, der bittet, seinen Namen nicht zu nennen...
  4. die Stadtpolizei in Trient...
  5. Der Polizist, der das erzählt, ist frustriert [Meran]
  6. Eine Polizistin sagte gegenüber ff...
  7. Laut Polizei...
Daneben kommen kurz die Bürgermeister von Städten zu Wort, für die das "Tourismusimage" zentral ist und die ebenso die Sicht des Autors vertreten:
  1. Günther Januth, Bürgermeister von Meran
  2. Christian Ude, Bürgermeister von München
  3. Massimo Cacciari, Bürgermeister von Venedig
Die Gegenmeinung kommt lediglich in wenigen Zeilen von folgenden Organisationen zu Wort:
  1. Caritas Südtirol
  2. BettelLobby Wien
Dass hier eine ganze Story konstruiert wurde, die sich gut verkaufen lässt, sollte somit klar geworden sein.

von Andreas Fink

*Anmerkung: Alle Hervorhebungen in den Zitaten vom Verfasser dieses Blogartikels.

giovedì 16 maggio 2013

martedì 23 aprile 2013

25 Aprile - Commento

Il 25 aprile del 1945 il CLNAI (Comitato di Liberazione Nazionale Alta Italia) ordinò l'insurrezione generale a Milano contro l'occupante nazista e le forze della Repubblica Sociale Italiana, lo stato fantoccio retto da Mussolini. A partire dall'anno successivo in questa data venne fissato l'Anniversario della liberazione d'Italia, una giornata in cui ricordare la lotta contro la barbarie nazifascista e tutti coloro che vi presero parte, molto spesso a costo della vita.

25 aprile 2013. Sono passati 68 anni da quel giorno e molti dei protagonisti di quegli anni sono morti: ha ancora senso dare così tanta importanza ad un evento così lontano nel tempo? Assolutamente sì, proprio perchè la memoria di “prima mano” relativa alla Resistenza e al secondo conflitto mondiale sta lentamente venendo meno, aprendo la strada a pericolosi relativismi, se non a vere e proprie mistificazioni più o meno grossolane. Non è un caso, infatti, che, proprio all'approssimarsi di questa ricorrenza, inizino a spuntare come funghi vari appelli ad una lettura condivisa di quel periodo storico o, addirittura, a rendere il 25 aprile la festa di tutti italiani. Come è facilmente intuibile, tutti questi espedienti retorici altro non sono che un tentativo - nemmeno troppo velato – di inserire nell'immaginario collettivo l'idea che, in fondo, partigiani e repubblichini non fossero poi così diversi tra di loro, se non per la propria scelta di campo. 
Chi si fa portavoce di questo pensiero non tiene conto di una differenza macroscopica, ovvero dell'asservimento della RSI al Reich hitleriano e l'attiva partecipazione ai crimini da esso compiuti. Le brigate nere, le bande di torturatori come la banda Koch e Carità e altre formazioni (para)militari repubblichine parteciparono attivamente alla deportazione degli ebrei italiani verso i campi di sterminio, alle attività antipartigiane che spesso si trasformavano in aperta violenza nei confronti della popolazione civile accusata di supportare i “ribelli” e alla fucilazione di ostaggi. Finita la guerra ben pochi pagarono per questi crimini, mentre per assurdo ad essere processati furono proprio quei partigiani rei di aver continuato la lotta resistenziale oltre i termini “ufficiali”.

Il 25 aprile può e deve essere un'occasione di riflessione anche in Sudtirolo. Le particolari vicende storiche che si sono svolte in quel convulso periodo che va dal primo al secondo dopoguerra, infatti, sono state usate e abusate – e tuttora continuano ad esserlo – per fini politici. 
Vale la pena ricordare come nel 2009 l'allora vicesindaco di Bolzano, Oswald Ellecosta della SVP, affermò pubblicamente che per la popolazione sudtirolese la vera liberazione non avvenne il 25 aprile del 1945, bensì l'8 settembre del 1943, data in cui la Wehrmacht occupò militarmente il territorio provinciale che, insieme alle provincie di Trento e Belluno, venne successivamente annesso al Reich con il nome di Operationszone Alpenvorland
Certo, durante il ventennio fascista la popolazione di madrelingua tedesca ha sofferto a causa delle opzioni e della campagna di italianizzazione forzata promossa dal regime fascista, ma ciò non giustifica in alcun modo l'adesione di massa della popolazione sudtirolese al nazionalsocialismo con tutte le sue conseguenze. Ellecosta dimenticava le deportazioni di massa che cancellarono la fiorente comunità ebraica meranese, dimenticava l'istituzione del lager di Bolzano e del sottocampo di Merano (entrambi rasi al suono dopo la guerra...), dimenticava l'eccidio della caserma Mignone contro prigionieri di guerra, la strage di Lasa avvenuta a guerra praticamente finita oppure la strage del 30 aprile 1945 a Merano.

Tutto questo ci dimostra l'importanza della memoria storica e la sacralità del compito di tramandarla alle generazioni future, in modo che certi orrori non si ripetano più. Un compito ancora più importante in un momento di crisi economica e sociale in cui idee come quelle nazifasciste trovano fertile humus proponendo “facili” soluzioni e agitando lo spauracchio dell'immigrato cattivo o del fantomatico complotto delle banche ebraiche, facendo leva sulle difficoltà economiche della gente. Un motivo in più per non abbassare la guardia se non vogliamo ripiombare in un abisso di barbarie.

by pakko

giovedì 18 aprile 2013

SKAteniamoci - Festival am 25. April

Am Donnerstag den 25. April, Tag der "Liberazione", findet in Bozen ein Festival statt, das von Freiwilligen organisiert-, und unter anderem auch von der Antifa Meran unterstützt wird.


#ITA: Erano gli anni delle leggi razziali, delle migrazioni forzose e delle sanguinarie dittature europee, ma anche gli anni della Resistenza Italiana, dove un popolo intero, sotto l’ampio stendardo dell’antifascismo, ha saputo organizzarsi per respingere un regime dispotico, ma soprattutto i suoi contenuti razziali, classisti e violenti.

Questo 25 Aprile vi invitiamo a riscoprire assieme i temi della Resistenza, ma soprattutto ad
attualizzarli, nell’ambito di una festa popolare, gratuita, gestita unicamente da giovani volontari.
Presso il Parco delle Semirurali di Via Bari, si susseguiranno numerosi concerti, dai Redska ai Club99, passando per i ragazzi di Bolzano Underground a quelli del Conservatorio Monteverdi,
inoltre attività rivolte a tutte le fasce d’età: dai più piccoli, con laboratori artistici e giochi d’insieme, ai più grandi con tanta musica, tornei sportivi, contenuti ed intrattenimento.

In particolare il Sudtirolo, dove convivono tre gruppi linguistici, ha sofferto molto sotto Fascismo e Nazismo. Gli effetti di questi regimi totalitari si possono sentire ancora oggi all’interno della nostra società.
Noi giovani riteniamo necessario difendere oggi il principio della Resistenza: la convivenza in ogni sua espressione.
Noi ci crediamo, e voi?


#DEU: Es war die Zeit der Rassengesetze und der blutigen europäischen Diktaturen. Damals wurden ganze Völker zur Auswanderung gezwungen. Es waren jedoch auch die Jahre des Widerstands, als ein
breiter Teil der Bevölkerung, im Namen des Antifaschismus den Aufstand gegen das Regime mit seiner Klassenpolitik und seinen rassistischen Inhalten organisierte.

Am 25. April wollen wir zusammen die wahre Bedeutung des Widerstands in den Mittelpunkt stellen und sie auch für unsere Zeit greifbar machen. Die Initiative wird von jungen Freiwilligen organisiert und ist völlig kostenlos.
Im Semirurali-Park in der Baristraße in Bozen erwartet euch Livemusik, mit Redska aus Cesena und den Südtirolern Club99, den Künstlern von „Bolzano Underground“ und den jungen Musikern des Konservatoriums Monteverdi. Zudem stehen Groß und Klein verschiedene Unterhaltungsmöglichkeiten zur Verfügung: Gruppenspiele, kreative Werkstätten zur Wiederverwertung sowie Livemusik und Literatur.

Besonders Südtirol, ein Land in dem drei Sprachgruppen zusammen leben, hatte unter dem Faschismus sowie Nationalsozialismus besonders zu leiden. Die Auswirkungen des totalitären Regimes auf unsere Gesellschaft ziehen sich bis in die Gegenwart hinein. Auch heute noch sind für uns junge Südtiroler die Grundsätze der Resistenza, wie Freiheit und Zusammenleben, von großer Bedeutung.
Wir glauben daran, und ihr?

Parco Semirurali Park
Inizio Festa 14:00 Beginn Fest
Aperetivo 18:30 Aperetif
Concerto 20:00 Konzert


Vorläufiges Programm/ Programma provvisorio

13.00 Inizio servizio bar e cucina // Bar- und Küchendienst  

14.00 – 20.00 Gruppenspiele für Kinder // Giochi per bambini
14.00 – 16.00 Rap und/e Breakdance Contest mit/con Bolzano Underground
16.00 – 17.00 Vorführung von Parkour Pack Bozen // Esibizione Parkour Pack Bolzano
17.00 – 18.00 Work in progress
18.30 - 20.00 Aperitiv mit reduzierten Preisen! // Aperitivo a prezzi ribassati!
20.00 - 21.30 Club 99 Concert
21.30 – 23.00 RedSka Concert

Info: Facebook
kikero@unibz.it

Erscheint zahlreich! Ora e sempre Resistenza!

giovedì 11 aprile 2013

Urheber der Neonazi Flugblätter ausgeforscht

Laut dem Bericht von Südtirolnews wurden die Urheber der rechtsextremen Flugblätter ausgeforscht, die vor einigen Wochen im Raum Burggrafenamt verteilt wurden. Zudem gab es zwei Hausdurchsuchungen bei denen rechtsextremes Material beschlagnahmt wurde.

Südtirolnews berichtet:

"...Die Verantwortlichen der Aktion in Südtirol konnten hingegen durch Zeugenaussagen und durch Spuren auf den Flugblättern ausfindig gemacht werden. So lag etwa eine recht detaillierte Personenbeschreibung vor. Außerdem haben die Ermittler die rechte Szene in Südtirol gut im Auge.

Bei der ersten Person handelt es sich um einen 22-jährigen Meraner P. P., der zum Kern einer neonazistischen Gruppierung in der Gegend gehört. Als er noch minderjährig war, wurde gegen ihn bereits im Rahmen der Operation Odessa im Jahr 2008 ermittelt.

Die zweite Person soll ein 16-Jähriger aus Lana sein, der mit einer schwarzen Bombe-Jacke und einem Pullover mit Runensymbolen beobachtet wurde.

Im Zuge der Ermittlungen wurde in beiden Fällen auch eine Hausdurchsuchung vorgenommen. Dabei stießen die Beamten auf verschiedenes Material, das eindeutig im Zusammenhang mit rechtsextremen Gedankengut steht."


Auf Facebook machen die zwei Verdächtigen aus ihrer extremistischen Gesinnung keinen Hehl. Hier ein kleiner Auszug aus der braunen, Burggräfler Facebookwelt:
Quelle: Facebook

Quelle: Facebook

Quelle: Facebook

Quelle: Facebook

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 zum Artikel der Antifa Meran vom 4. Februar:

Vor einigen Tagen sind Meran und Lana Flugblätter mit der Aufschrift "Die Demokraten bringen uns den Volkstod" aufgetaucht.
Weißes Druckerpapier, simple Schrift, kopierte Parolen - besonders viel Mühe gemacht hatten sich der/die Urheber bei der Verbreitung ihrer neonazistischen Ideologie nicht. Der Inhalt der Zettel ist vom neurechten "nationalen Widerstand" aus der BRD übernommen: Parolen, wie sie etwa von den mittlerweile verbotenen "Spreelichtern" verbreitet wurden.
Die Parole „Die Demokraten bringen uns den Volkstod“ etwa ist die bekannteste in diesem Dunstkreis, "Damit die Nachwelt nicht vergisst, dass du Deutscher gewesen bist" stammt von der "Unsterblichen"-Bewegung (siehe dazu hier).
Die Verbreitung der Flugblätter ist in einer Reihe mit ähnlichen Aktionen zu sehen: Vor einem Jahr war Neonazi-Propagandamaterial an Meraner Oberschulen aufgetaucht, und hin und wieder tauchten in der BRD georderte "Volkstod"-Aufkleber in der Passerstadt auf.

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venerdì 5 aprile 2013

Diskussionsabend: Rock für den Volksempfänger - KOMMENTAR

Diskussionsabend: Rock für den Volksempfänger", so lautete der Titel der Veranstaltung am vergangenen 3. April im Stadttheater in Sterzing. Es ging darum wie besonders Südtiroler Deutschrock alla Freiwild im Ausland und auch hier in Südtirol wahrgenommmen wird und welche Positionen mit der Musik vertreten werden.
Es wurder der Film "Blut muss fliessen - Undercover unter Nazis" von Peter Ohlendorf gezeigt.
Die Diskussion wurde geführt von: Thomas Kuban (Journalist), Peter Ohlendorf (Filmemacher), Hans Heiss (Politiker und Historiker), Michael Torggler (Jugendarbeiter und Musiker), Heinrich Schwazer (Journalist) und Lukas Schwienbacher (Forum Prävention). Gudrun Esser moderiert den Abend.
KOMMENTAR:

Von freien Kühen

Bildquelle: STOL
Als ich gestern Abend nach Sterzing fuhr, hatte ich eigentlich keine großartigen Erwartungen an das was im dortigen Stadttheater geschehen würde, ich freute mich lediglich darauf den Film „Blut muss fließen zu sehen“, da man aufgrund der Verweigerung der öffentlich-rechtlichen TV-Stationen in Deutschland bisher keinerlei Möglichkeit hatte, den Streifen zu begutachten. Umso erschrockener war ich, als ich wieder den Nachhauseweg antrat. Denn nach dem gestrigen Abend in der Fuggerstadt muss ich gestehen, dass ich regelrecht schockiert und in meinem Südtirol-Bild leider nur ein weiteres Mal bestätigt wurde. Jene Argumente welche von Thomas Kuban und Regisseur Peter Ohlendorf geliefert wurden, sind schlichtweg ignoriert worden und wurden dann sowohl von den Verlautbarungen im Publikum, als auch vom Kulturjournalisten der Tageszeitung Heinrich Schwazer gekonnt umgangen. Es ist zwar festzustellen, dass es von den Organisatoren reichlich ungeschickt war den Film „Blut muss fließen“ auszustrahlen und nachfolgend eine Diskussion über Deutschrock bzw. letztlich über Frei.Wild zu führen, da die beiden Thematiken nur am Rande etwas miteinander zu tun haben, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Gefahr welche von bestimmten Liedtexten, auf die u.a. und zum Glück auch von Hans Heiss hingewiesen wurde, von viel zu großen Teilen des Publikums nicht beleuchtet wurde. Als dann

lunedì 18 marzo 2013

Schlägerei zwischen Neonazis und Albanern

Artikel in der "Alto Adige" vom 13.03.2013

Laut der Alto Adige und Suedtirolnews kam es vor einige Monaten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Neonazis und Albaner in Meran mit mehreren verletzten. Alle zwölf Personen erhielten ein Anzeige wegen Schlägerei, den Neonazis droht auserdem eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Mancino-Gesetz.
Drei der beteiligten Neonazis waren bereits 2010 verhaftet worden, und mussten daraufhin einen Demokratiekurs belegen - ohne große Wirkung sich herausstellte.

Bilanz: Nach der Verhaftungswelle im Jahre 2010 wurde bekannt das etliche Anzeigen wegen Körperverletzung, Bedrohung, Verstöße gegen das Mancino Gesetz u.ä. gegen Neonazis aus dem Raum Meran gemacht wurden. Bis jetzt warten jedoch noch einige Opfer noch immer auf das ihnen zustehende Schmerzensgeld. Wie es aussieht wurden die Anzeigen zu den Akten gelegt, abgewiesen oder ähnliches. Gerüchten zufolge hätten die Neonazis "zu gute Anwälte".
Ausbleibende Konsequenzen bei Neonazidelikten und eine tendenzieller Rechtsruck bei Südtirols Jugendlichen lassen Nazi-Ideologien wieder aufblühen.

martedì 5 marzo 2013

Ferrari: "Un risultato deludentissima"

Tutto quello che dovete sapere sul risultato elettorale della estrema destra italiana - l'Antifa Merano intervista Saverio Ferrari dell’Osservatorio Democratico sulle nuove destre (ultimo libro “Fascisti a Milano, da Ordine Nuovo a Cuore Nero”).

Signor Ferrari, queste elezioni hanno segnato la sconfitta dei partiti affermati. Come vede il risultato dei partiti neofascisti?
Dispersa in più sigle l’estrema destra è andata incontro a un risultato decisamente negativo. Gli unici a salvarsi sono stati i Fratelli d’Italia, che con 665.830 voti, pari all’1,95%, sono riusciti a portare in parlamento una pattuglia di nove deputati ma nessun senatore. Risultato conseguito in coalizione con Pdl e Lega. La Destra, invece, nella quota dei seggi da ripartire tra i «migliori perdenti», con 219.769 suffragi, ovvero lo 0,64%, è rimasta fuori. L’unico premio di consolazione per il partito di Francesco Storace, nei fatti, è stato l’elezione di tre consiglieri regionali nel Lazio, dove pure Storace stesso era stato sostenuto alla carica di presidente da tutto lo schieramento guidato dal Popolo della libertà. Il resto dice di consensi tutti al di sotto dell’1%, con Forza nuova allo 0,26% (89.811 voti), la Fiamma tricolore allo 0,13% (44.744 voti) e Casa Pound allo 0,14% (47.692 voti). 
Grillo ha sostenuto che il suo movimento riempie un vuoto nel mondo della politica, che in altri paesi viene colmato dall'estrema destra. E' d'accordo?
Fino a un certo punto. L’impianto programmatico del Movimento 5 stelle in alcune sue linee essenziali (dalla No Tav alla difesa dei beni pubblici, dall’acqua alla scuola alla sanità, fino al conflitto d’interessi e alla richiesta di un profondo rinnovamento della vita politica, cacciando corrotti e profittatori) si connota come di sinistra. Così è stato percepito soprattutto dallo stesso corpo elettorale. L’analisi dei flussi elettorali indica una prevalenza di voti provenienti da quella parte. L’estrema destra in Italia, pur in assenza di Grillo, non sarebbe in grado di promuovere un consenso così esteso, anche sposando o mimetizzandosi dietro a quegli stessi contenuti. Non ne avrebbe né la forza né la capacità politica.
Dopo “l'abbraccio” alla destra di Berlusconi nel 2006, la Fiamma Tricolore è tornata a correre da sola, raccogliendo solo un quinto dei voti rispetto alla tornata elettorale nel 2006. Possiamo dichiarare conclusa l'esperienza del MSI?
Direi che l’esperienza della Fiamma tricolore era già in esaurimento da molto tempo, per lo meno da quando nel 2008 cacciò il gruppo originario di Casa Pound, ovvero l’unica realtà giovanile su cui poteva contare. La Fiamma tricolore si riduce a oggi a un piccolissimo ceto politico. Potrà solo riciclarsi da qualche altra parte o tentare di farlo. 
Lei ha affermato che queste elezioni sarebbero state il banco di prova di Casa Pound. Ora l'organizzazione di Iannone ha raccolto lo 0,1% dei voti a livello nazionale. Come spiega questo fallimento e come andrà avanti?
Deludentissima è stata la prova di Casa Pound, soprattutto a Roma (0,78%). Spicca come solo dato significativo per CP l’1,72% di Bolzano, l’unica realtà al Nord con un qualche radicamento, frutto di vicende locali segnate dalla storica presenza dell’estrema destra nella comunità italiana. Un segnale, in conclusione, di forte indebolimento. Il passaggio alla “politica” come sempre è arduo e misurarsi con il consenso un salto rischioso. Anche per Casa Pound. Un conto è promuovere un’attività culturale e un conto è trasformarsi in un partito. Casa Pound non dispone per altro di una presenza sufficientemente diffusa sul territorio nazionale. Come proseguirà è difficile dirlo. Potrebbe anche archiviare quanto è successo come un primo tentativo di irruzione nella politica e tornare alle origini. Non ci resta che aspettare. 
A maggio Casa Pound affronterà le elezioni comunali di Roma. Con quale risultato, secondo Lei?
Le prossime elezioni comunali a Roma potrebbero rappresentare un’altra battuta d’arresto per Casa Pound. Tanto più dopo la rottura con il sindaco attualmente in carica Gianni Alemanno e l’intenzione dichiarata di presentarsi da soli senza alleanze. Un vicolo cieco. Non credo che i risultati saranno di molto superiori a quelli del 24-25 febbraio. 
Dopo il risultato di questa tornata elettorale, come vede il pericolo neofascista nei prossimi anni?
Il pericolo del neofascismo in Italia non risiede tanto nella forza delle organizzazioni che lo rappresentano, quanto nei rapporti che queste intrattengono con la destra istituzionale, Pdl e Lega. Qui il nocciolo della questione, che si traduce nello sdoganamento dei gruppi di estrema destra, tramite riconoscimenti e alleanze politiche, in campagne revisioniste e di denigrazione della Resistenza, di attacco alle istituzioni democratiche nate dalla lotta di Liberazione. Il problema sta nella stessa natura della destra italiana estranea ai valori costituzionali.

mercoledì 20 febbraio 2013

CasaPound-Plakate in ganz Meran übermalen

bearbeitete CasaPound-Plakate in Meran
Wie heute bekannt wurde, haben Unbekannte in Meran die Wahlplakate der faschistischen Bewegung CasaPound übermalen. Dabei wurde das Symbol mit dunkler Farbe unkenntlich gemacht. Die Wahlplakate waren nur in den größeren Städten Südtirols und vor allem in Bozen angebracht worden, nicht aber im ländlichen Raum. CasaPound tritt - wie berichtet - in Südtirol für die Kammer sowie den Senatswahlkreis Bozen-Unterland an. Schon zuvor war es immer wieder zu vereinzelten Unmut-Aktionen aus der Bevölkerung gekommen: Plakate waren halb oder ganz abgerissen worden, mit Stiften übermalen und überklebt worden. Kommen solche Ereignisse im Wahlkampf auch häufig vor, so traf es diesmal insbesondere die Faschisten des 20. Jahrhunderts von CasaPound. Zur Tat bekannt hat sich bislang noch niemand.

martedì 19 febbraio 2013

+Demo gegen CasaPound in Bozen!+

Am morgigen Mittwoch, 20. Februar, findet sich der Spitzenkandidat von CasaPound Italia, Simone di Stefano, in Bozen ein. Ausgerechnet am Mateotti-Platz, der nach dem von den Faschisten ermordeten Abgeordneten benannt ist.
Eine Gegendemonstration startet um 18 Uhr beim Hadriansplatz! 

Unterdessen sind in mehreren Südtiroler Ortschaften CasaPound-Plakate für die Parlamentswahlen angebracht worden. Etliche wurden schon beschädigt oder übermalen.

lunedì 11 febbraio 2013

Etschlichter geht das Licht aus...

Vorerst auf Facebook. Wer sich gewundert hat, warum ihre Seite (ca. 200 Likes) dort nicht mehr anzutreffen ist, hat nun Gewissheit: Der Versuch der Neonazis, die sozialen Netzwerke für ihre Zwecke zu nutzen, ist gescheitert. "Es machte in unseren Augen keinen Sinn mehr", heißt es resigniert.
Hier ihre Erklärung von vor ein paar Tagen:


giovedì 7 febbraio 2013

Was sich gehört | Kommentar

Was ist so schlimm an Michael Demanegas Sager an einer Oberschule in Schlanders? "Wir waren zuerst da. Wir überlassen Südtirol nicht diesen Dahergelaufenen.", soll er gesagt haben, oder nach seiner Version: "Wir können Einheimische nicht gleich behandeln, wie jeden Dahergelaufenen…" Gehört es nicht zum guten Ton, andere Meinungen zu tolerieren und diese anzuhören? Gehört das nicht zu Anstand und Meinungsfreiheit, wie Demanega einfordert?
Wir sollten aufpassen, dieser Sicht vorschnell zuzustimmen und uns fragen, warum gerade in letzter Zeit die Meinungsfreiheit so oft ins Spiel gebracht wird, wenn es um Rechtspopulismus und Neofaschismus geht. Denn: Warum müssen wir diese Diskussion überhaupt führen? Sollte es nicht klar sein, dass solche Ansichten unangebracht sind? Ist das nicht schon ein Indiz dafür, wie sehr sich der Rahmen von dem verschoben hat, was in der Politik gesagt werden darf und was nicht? Was früher im besten Fall nach der Sperrstunde unter Kameraden gesagt wurde, wird heute von Anzugträgern im Parlament vertreten. Ernsthaft und überzeugt.
Die jüngsten Äußerungen von Berlusconi und Biancofiore sind nur ein weiterer Versuch von vielen, die Grenze der legitimen politischen Äußerung nach rechts zu verschieben. Nur zur Erinnerung: Im Jahr 2006 hat er die Parlamentswahlen mit einem Bündnis gewonnen, das von den Christdemokraten über Forza Nuova bis zu den faschistischen Schlägern des Veneto Fronte Skinhead auf den Listen der Fiamma Tricolore reichte. Seine Strategie ist die des kalkulierten Skandals: Er wagt sich mit Äußerungen vor, wartet die Reaktion ab, und rudert eventuell etwas zurück. Der Schaden ist dann aber schon angerichtet.
Etwas anders verhält es sich mit der Meinungsfreiheit: Wir sollten uns voll und ganz den Grenzen dieses Prinzips bewusst sein. Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist eine formelle Regel, sie ist ihrem Inhalt gegenüber neutral: Alles kann eine Meinung sein, von kulinarischen Vorlieben bis hin zur Vorstellung, Jüdinnen und Juden ließen sich an ihrer Schädelform erkennen (und dann eliminieren).
Liberale argumentieren hier, dass es auch noch andere Prinzipien gibt (Recht auf Unversehrtheit, Wahrung der Würde, etc.), die miteinander abgewogen werden müssen. Aufschlussreicher ist die Ansicht, dass Gesellschaft und Politik nur funktionieren können, wenn es einen Konsens darüber gibt, was gesagt und getan werden kann und was nicht - was also zum Bereich der legitimen Ansichten gehört. Nur in diesem Rahmen ist Meinungsfreiheit möglich. Wir teilen eine Fülle von Grundannahmen über die Art des Zusammenlebens, die das Fundament der Kommunikation darstellen: Mit einem überzeugten Nationalsozialisten wird ein Gespräch über Minderheitenschutz  sehr schnell zu Ende sein, weil der Konsens darüber fehlt.
Was heißt das für den Fall Demanega? Wir sollten sehr aufmerksam sein, wenn heute in unseren hyperliberalen Gesellschaften die Meinungsfreiheit eingefordert wird. Dies ist ein sicheres Indiz dafür, dass es gerade nicht um Meinungen geht (Ansichten innerhalb des Konsenses), sondern um die Verschiebung der Prinzipien des Konsenses. Es ist eine weitere Strategie, die Grenzen des Sagbaren in eine bestimmte Richtung hin (Rassismus) zu öffnen. In dieselbe Richtung geht die Taktik, sich als Stimme des Volkes zu präsentieren, die nur sagt, "was die Leute denken". Hier gilt nur festzuhalten, dass "die Leute" sehr viel denken, was zum Glück aber keinen Platz in der Politik hat.
Die Antwort auf solche Versuche muss sein, dass wir das, was am Konsens unserer Gesellschaft gut ist, vehement verteidigen und darauf bestehen, dass Rassismus und Faschismus keine legitimen Meinungen sind, über die wir nicht bereit sind, überhaupt erst zu diskutieren. Das heißt auch, dass wir uns mit Leuten, von denen solche Äußerungen zu erwarten sind, erst gar nicht an einen Runden Tisch setzen: Was gibt es mit Leuten zu diskutieren, die "Einheimische zuerst" fordern und Deutsche oder Weiße meinen, wenn sie "Einheimische" sagen?
Langfristig müssen wir einen Konsens schaffen, der auf den Werten der Gleichheit und Freiheit beruht und ein gutes Leben für alle zum Ziel hat. Eine Leitkultur also, die nicht auf Sprache, Herkunft oder Religion gegründet ist, sondern auf Solidarität und Gemeinschaft von Gleichen. Wir sollten nicht immer noch über Sexismus, Rassismus, Armut und Ausbeutung diskutieren und argumentieren müssen. Es sollte sich von selbst verstehen. Und Leute wie Demanega sollte nicht gehört werden. Weil es sich nicht gehört.

Gleichbehandlung | Kommentar


lunedì 4 febbraio 2013

Neonazi-Flugblätter in Meran und Umgebung aufgetaucht

Vor einigen Tagen sind Meran und Lana Flugblätter mit der Aufschrift "Die Demokraten bringen uns den Volkstod" aufgetaucht.
Weißes Druckerpapier, simple Schrift, kopierte Parolen - besonders viel Mühe gemacht hatten sich der/die Urheber bei der Verbreitung ihrer neonazistischen Ideologie nicht. Der Inhalt der Zettel ist vom neurechten "nationalen Widerstand" aus der BRD übernommen: Parolen, wie sie etwa von den mittlerweile verbotenen "Spreelichtern" verbreitet wurden.
Die Parole „Die Demokraten bringen uns den Volkstod“ etwa ist die bekannteste in diesem Dunstkreis, "Damit die Nachwelt nicht vergisst, dass du Deutscher gewesen bist" stammt von der "Unsterblichen"-Bewegung (siehe dazu hier).
Die Verbreitung der Flugblätter ist in einer Reihe mit ähnlichen Aktionen zu sehen: Vor einem Jahr war Neonazi-Propagandamaterial an Meraner Oberschulen aufgetaucht, und hin und wieder tauchten in der BRD georderte "Volkstod"-Aufkleber in der Passerstadt auf.

Ein klares Statement auf diese ideologischen Zuckungen kommt von der Brigata Giallorossa: "Stoppt den blinden Hass", fordern sie auf einem Transparent.

mercoledì 30 gennaio 2013

lunedì 28 gennaio 2013

CasaPounds bunter Haufen

Senatskandidat Puglisi Ghizzi: wäre gern ein Comic-Held.
CasaPound hat kürzlich die KandidatInnen für die Parlamentswahl im Februar vorgestellt. Unterstützt wird die Liste von lokalen Partei Unitalia. Kandidat für den Senatswahlkreis Bozen-Unterland ist Maurizio Puglisi Ghizzi, Immobilienmakler aus Bozen.
Auf der Liste von CasaPound für die Abgeordnetenkammer finden sind neun KandidatInnen, darunter der Bozner Gemeinderat von Unitalia, Gianfranco Piccolin, sowie der Ex-Gemeinderat von Franzensfeste, Daniele Guzzonato, der vor drei Jahren für den Popolo della Libertá angetreten war.
Unitalia hatte bei den letzten Parlamentswahlen - damals noch im Bündnis mit LaDestra und Fiamma Tricolore - 5.067 Stimmen geholt, bei den Landtagswahlen waren es ähnlich viele. Nun kandidiert ein Exponent für CasaPound, und auch Donato Seppi kündigte die Unterstützung der Liste an. Aufgrund des Bündnisses mit CasaPound und der desolaten Lage der italienischen Rechtsparteien in Südtirol dürften sie einigen Zuwachs verzeichnen.
Bemerkenswert dass der Senatskandidat Puglisi Ghizzi selbständiger Immobilienmakler ist und ein Immobilienbüro in Bozen betreibt - einer Stadt, in der die Mietpreise unter den höchsten in Norditalien sind: Mit 3.500 Euro rangiert die Landeshauptstadt auf Platz 4. Bemerkenswert deshalb, da Puglisi Ghizzi, der sein Geld mit überteuerten Wohnungen macht, für eine Bewegung antritt, die in ihrer Kampagne "Mutuo sociale" gerade gegen den "Immobilienwucher" wettert. Das Facebook-Profil von Puglisi Ghizzi offenbart derweil tiefe Einsichten in die Psyche des Kandidaten: Kindische Comic-Bilder, faschistische Führer, billige Polemiken und CasaPound-Propaganda sind der geistige Horizont des Senatskandidaten, der auch mal Captain Harlock ins Profilbild stellt.

Berichte:
Alto Adige
Südtirol News

mercoledì 23 gennaio 2013

CasaPound kandidiert | Keine Stimme dem Faschismus!

Die neofaschistische Bewegung CasaPound tritt bei der Wahl Ende Februar 2013 in mehreren Regionen an. Die Erfolgschancen sind gering, die Richtung ist aber klar: CasaPound will sich als ernsthafter politischer Akteur etablieren. Auch in Südtirol tritt die Bewegung an.
Der Faschismusforscher Richard Paxton hat zur Analyse faschistischer Bewegungen ein fünfstufiges Stadienmodell vorgeschlagen, nach dem auf 1. die Entstehung der Bewegung 2. ihre Etablierung im politischen System, 3. der Griff nach der Macht, 4. die Machtausübung sowie schlussendlich 5. Radikalisierung oder Niedergang folgen.
In diesem Sinne arbeitet CasaPound gerade dabei, die Schwelle zur zweiten Stufe zu meistern: Sie will aus dem subkulturellen, jugendlichen Milieu heraus und sich als ernst zu nehmender politischer Akteur etablieren. Auch wenn der Weg an die Macht noch weit ist: Ein Achtungserfolg ist durchaus möglich.
Spitzenkandidat ist der Vizepräsident von CasaPound, Simone di Stefano, der auch bei den Regionalwahlen im Latium antritt. Aus seiner Ideologie macht er keinen Hehl:
[Mussolinis] Politik wird heute gebraucht. Wir brauchen jemanden, der dafür sorgt, dass unsere Banken und das Finanzwesen Italien dienen. Die jungen Leute, die zu uns kommen, betrachten Mussolini als Vater dieses Landes.
Sein Bestreben ist genuin faschistisch, vertritt er doch einen "organischen Nationalismus", nach dem Italien umgestaltet werden soll:
Das Ziel von CasaPound ist, die Region Latium zu einem organischen Körper zu machen: Wir wollen eine Region, die eine 'soziale Festung' und ein aktives Wirtschaftssubjekt ist, fähig, die harmonische Entwicklung des Territoriums und aller ihrer Provinzen anzuleiten.
Ebenso typisch die korporatistische Vision einer Aussöhnung der ökonomischen Konflikte: In diese Richtung geht die programmatische Forderung nach der Einrichtung einer "Arbeitskammer", die "die Bürger aufgrund ihrer Arbeit oder ökonomischen Aktivität repräsentiert, die sie in der Nation verrichten", bzw. - in einer anderen Version - "eine harmonische Repräsentation aller produktiven und arbeitenden Kategorien garantiert". Die Revolutionsrethorik kann über diese reaktionären Vorstellungen nicht hinwegtäuschen.
Gianluca Iannone selbst steigt nicht in den Ring. Im Latium, der Hochburg von CasaPound, fiel es der Bewegung nicht schwer, die für die Zulassung zur Wahl nötigen Unterschriften zu sammeln. Hier finden sich auch einige von gewalttätigen Auseinandersetzungen bekannte Exponenten auf der Liste zu Senat und Abgeordnetenkammer. Ebenso vertreten ist sie in Kampanien, wo sie auch für beide Kammern kandidiert, sowie in der Region Trentino-Südtirol: Hier kandidiert die Bewegung im Senatswahlkreis Bozen sowie für die Abgeordnetenkammer. Nicht zugelassen hingegen wurde CasaPound in Umbrien.
Da CasaPound in keinem Bündnis organisiert ist, sind die Chancen sehr gering: Selbst im Latium sagen Umfragen der Bewegung nur Ergebnisse von 1% voraus. In jedem Fall gilt aber: Keine Stimme dem Faschismus (in allen seinen Farben)!

UPDATE 6.2.2013
CasaPound tritt nun laut dem Portal IGN in folgenden Regionen und Wahlkreisen an:
In particolare, il simbolo della tartaruga frecciata sarà presente: in Valle d'Aosta alla Camera e al Senato, in Trentino Alto Adige alla Camera e al Senato, in Piemonte circoscrizione Piemonte 1 e Senato, in Lombardia al Senato, in Veneto nella circoscrizione Veneto 1 e al Senato, in Emilia Romagna alla Camera, in Toscana alla Camera e al Senato, nelle Marche alla Camera, in Abruzzo alla Camera e al Senato, nel Lazio nelle circoscrizioni Lazio 1 e Lazio 2 e al Senato, in Campania nelle circoscrizioni Campania 1 e Campania 2 e al Senato, in Puglia alla Camera e al Senato, in Calabria alla Camera e al Senato. 

venerdì 11 gennaio 2013

Ost-West-Club: ff-Bericht

In der Wochenzeitung ff ist ein Bericht über das alternative Kulturzentrum Ost-West in Meran erschienen.
Sieben Leute sind ehrenamtlich darum bemüht, den Club auf Vordermann zu bringen. Sie sind zwischen Mitte zwanzig und Ende dreißig, Leute aus allen Sparten. Was sie eint, ist die Entschlossenheit, Meran eine Alternative zu den Lokalen im Zentrum zu bieten. „Wir wollen eine Plattform schaffen, auf der sich alle Alters- und Sprachgruppen begegnen können, egal welchen sozialen Hintergrund man hat“, sagt Michael Schwalt, Magazineur und Präsident des „Kultur- und Kommunikationszentrums“, als das sie sich verstehen. Erst letztens habe er sich im Club mit einem Flüchtling aus Nigeria unterhalten. „In einem Lokal wie dem Rossini wäre ich dem wahrscheinlich nicht begegnet.“
Den ganzen Artikel hier lesen.

domenica 6 gennaio 2013

Frei.Wild: "nicht Heimatliebe, sondern aggressiver Nationalismus"

Der Journalist Thomas Kuban hat der ff kürzlich ein Interview gegeben, in dem er über Neonazismus, Musik und Frei.Wild spricht.
Frei.Wild steht unter anderem für völkische und nationalistische Liedtexte. Es handelt sich dabei nicht nur um Heimatliebe, wie von der Band behauptet, sondern um einen aggressiven Nationalismus. Die Band singt zum Beispiel, dass ihr das Heimatland heilig sei, sie daran keine Kritik dulde und die Feinde des Landes in der Hölle schmoren sollen. Ich habe Frei.Wild ursprünglich als Identitätsrockband bezeichnet. Mit dem neuen Album „Feinde deiner Feinde“ bewegt sich die Gruppe inhaltlich aber in Gefilden des Rechtsrock.
Neu hinzugekommen ist beispielsweise der Hass auf Andersdenkende. So erklärt die Band in einem Lied, dass sie „Gutmenschen und Moralapostel“ hasst. Sie hetzt gegen Leute, die „Geschichte, die noch Kohle bringt, nicht ruhen lassen“. Lehrer, die ihr Geld mit Geschichte-Unterricht verdienen, können mit einer so formulierten Aussage nicht gemeint sein, aber die Opfer der Nazi-Diktatur, die bis heute vom deutschen Staat Entschädigungszahlungen erhalten. Der vor allem gegen Juden gerichtete Vorwurf, mit Geschichte Kohle zu machen, ist in der Nazi-Szene weit verbreitet. Frei.Wild arbeitet mit Anspielungen und Andeutungen. In ihrem Liedgut finden sich auch geschichtsrevisionistische Fragmente. Zum Beispiel heißt es im ersten Titel des neuen Albums „Heut gibt es den Stempel, keinen Stern mehr“. Frei.Wild stellt sich darin als verfolgte Band dar. Das ist eine unglaubliche Verharmlosung der Judenverfolgung.
Das ganze Interview hier abrufen.

sabato 5 gennaio 2013

DIAZ-Filmvorführung | großes Interesse

Auf großes Interesse ist die Vorführung des Films DIAZ Ende Dezember im Ost-West-Club in Meran gestoßen. Vor allem junges Publikum folgte der filmischen Rekonstruktion der Ereignisse in der Diaz-Schule beim G8-Gipfel in Genua 2001 und der anschließenden Diskussion.
Offensichtlich gab es einerseits ein großes Unwissen, was tatsächlich in diesen Tagen passiert ist, andererseits aber auch ein starkes Bedürfnis, sich mit jenen Vorfällen auseinander zu setzen, für die die Namen Carlo, Diaz und Genua stehen.
Insbesondere in Südtirol gibt es eine große Sensibilität für staatliche Repression und Politik mit "polizeilichen Mitteln" aufgrund der Erfahrungen mit der Zeit des Faschismus und des Post-Faschismus, die Repression nach der Feuernacht oder jüngsten Ereignissen in Meran 2009.

Im Anhang das Skript des Impuls-Vortrags für die Diskussion.

Zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema ist das Buch "Die blutigen Tage von Genua - G8-Gipfel, Widerstand und Repression" aus dem Laika-Verlag empfohlen.

martedì 18 dicembre 2012

Il programma di Casapound

Ai militanti di Casapound piace presentarsi come i fascisti del terzo millennio, come se il fatto di essere “del terzo millennio” ne mutasse la sostanza politica e la loro funzionalità al mantenimento del sistema capitalistico. Ma basta analizzare il loro programma perché la loro impalcatura moderna e progressista crolli miseramente. Ecco alcuni dei punti del programma di Iannone, Bonazza & friends:

domenica 16 dicembre 2012

Genua 2001 revisited

Am kommenden Donnerstag werden wir uns die Ereignisse beim G8-Gipfel in Genua 2001 anlässlich der Filmvorführung von DIAZ in Erinnerung rufen und uns die Frage nach den Ursachen von Polizeigewalt und staatlicher Repression sowie möglicher Gegenstrategien stellen.

Da es sich bei dem gezeigten Film DIAZ um eine Spielfilmproduktion handelt, die den Überfall auf die Übernachtenden in der Diaz-Schule aus der Sicht der Betroffenen rekonstruiert, empfiehlt sich eine Auseinandersetzung mit dem Kontext der Proteste, der Ermordung Carlo Giulianis sowie der aktiven Rolle der Polizeikräfte bei der Eskalation der Gewalt. Insbesondere in italienischer Sprache gibt es eine Vielzahl von Dokumentarfilmen, die sich mit den Geschehnissen auseinandersetzen.

Als allgemeine Übersicht ist der Beitrag von  La storia siamo noi der RAI zu empfehlen (in italienischer Sprache). Die Dokumentation Bella Ciao, ebenfalls eine RAI-Produktion, zeigt vor allem Bilder und Interviews.
Auf deutscher Sprache ist die WDR-Dokumentation Gipfelstürmer - Die blutigen Tage von Genua sehr gut gelungen, sie beschäftigt sich insbesondere mit der aktiven Rolle der Polizei. Noch deutlicher hervorgehoben wird dieser Aspekt in OP Genua 2001, produziert vom Genova Legal Forum, bei dem der Polizeieinsatz während des Gipfels im Detail rekonstruiert wird.

UPDATE
Zudem sind die Artikel Das Grauen von Genua, der die gewalttätigen Übergriffe beschreibt, sowie Massive Repression entsprach geplanter politischer Stragegie, in dem die politischen Hintergründe erörtert werden, zu empfehlen.

domenica 9 dicembre 2012

DIAZ. Non pulire questo sangue - Filmvorführung im OstWest am 20.12.



Am 20. Dezember zeigt die Antifa Meran in Kooperation mit dem Ost-West-Club den Film DIAZ. Non pulire questo sangue (2012) von Daniele Vicari. Er behandelt die Ereignisse in der Diaz-Schule in Genua während des G8-Gipfels 2001, bei dem nicht nur Carlo Giuliani von einem Carabinieri erschossen wurde, sondern dutzende DemonstrantInnen durch das brutale Vorgehen der Polizei verletzt wurden. Die Diaz-Schule wurde mitten in der Nacht von Polizei-Hundertschaften überfallen, die darin schlafenden Protestierenden brutalst niedergeknüppelt und in Polizeigewahrsam mehrere Tage lang misshandelt.

Seitdem ist Genua ein Synonym für Polizeigewalt und staatliche Repression.

Im Anschluss an die Filmvorführung werden wir unsere Erfahrungen mit Carabinieri & Co. austauschen und die Frage diskutieren, was die Ursachen von Polizeigewalt sind und wie auf solche Exzesse reagiert werden kann.

Donnerstag, 20. Dezember 2012 - 20 Uhr
giovedi, 20 dicembre 2012 - ore 20

OstWest Club EstOvest Meran/o

Event auf Facebook - TEILEN! - DIVIDILO!
lingua e sottotitoli in italiano / Sprache und Untertitel in italienisch
presentazione per membri del EO / Filmvorführung für OW-Mitglieder

Zu den Hintergründen: Doku Gipfelstürmer - Die blutigen Tage von Genua
Der Film wurde unter anderem auch in Südtirol gedreht und von der Provinz Bozen finanziell gefördert.

martedì 4 dicembre 2012

Stellt euch nicht so an! | Kommentar

Die sollen sich gefälligst nicht so anstellen. Wegen einer Routinekontrolle im Ost-West-Club in Meran kocht die Wut hoch in der Passerstadt. Pressemitteilungen werden verschickt, Anfragen an den Bürgermeister gestellt, Anhänger*innen mobilisiert. Und das alles wegen ein paar Polizeibeamten, die nach dem Rechten gesehen haben. Ob Drogen konsumiert werden. Waffen vielleicht. Wer nichts zu verstecken hat, hat nichts zu befürchten. Reflexartig schreien die Ersten von Repression und Angriff auf die Freiheit. Als ob der Anblick einer Uniform sie in ihrer Menschenwürde verletzen würde. Diese Linken sollen sich, wie gesagt, nicht so anstellen.
Es gibt sicher genug Leute in Südtirol, die sich in diesen Tagen so etwas denken. Die den ganzen Vorfall, mit ein bisschen Schadenfreude, als Lappalie abtun. Ich gehöre nicht dazu.

lunedì 3 dicembre 2012

Repression gegen den Ostwest-Club

Pressemitteilung des Ostwestclubs bezüglich der Razzia

"Am Samstag, 01. Dezember gegen 23:00 Uhr machte die Finanzpolizei, mit der Stadtpolizei Meran eine Kontrolle des Vereinslokals „ost west club est ovest“, die seines Gleichen sucht. Mit Drogenhunden und 15 Beamten (sic!) untersuchten sie die 30 Besucher des Lokals auf Drogen. Die 30 Besucher wurden behandelt wie unter Verdacht stehende Kriminelle, es wurde alle Ausgänge versperrt und von jedem der Anwesenden die Personalien aufgeschrieben und deren Mitgliedschaft überprüft. Zwei Besucher mussten sich sogar einer Ganzkörperkontrolle auf dem WC unterziehen. Gefunden wurde natürlich nichts! Auf die Nachfrage, ob sie diese Aktion nur bei diesem Lokal durchführen, versicherten die Beamten dem Präsidenten Michael Schwalt, dass auch in anderen Lokalen in Zukunft solche Kontrollen durchgeführt würden. Ob es sich dabei nur um ein Lippenbekenntnis handelt, wird man in den nächsten Monaten sehen, aber es drängt sich der Verdacht auf, das es nicht so sein wird, denn wer glaubt, dass man ein ähnliches Brimborium in den Lokalitäten in der Freiheitsstraße veranstalten wird, den kann man ruhigen Gewissens als Phantasten bezeichnen. Außerdem fragen wir uns, ob unsere Steuergelder eventuell nicht deutlich sinnvoller eingesetzt werden könnten? Diese 15 Beamten müssen ja schließlich auch bezahlt werden. Es ist einfach so, dass in den letzten Monaten verschiedene Stellen und Personen unserer Gesellschaft versuchen den ost west club in ein schlechtes und den Realitäten nicht entsprechendes Licht zu rücken, um deren alternative und kreative Kulturarbeit zu diskreditieren. Der Verein existiert nunmehr seit 30 Jahren und hat so manche Höhen und Tiefen durchlebt. Jetzt, mit dem neuen Vorstand und den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern erlebt der Klub einen nie dagewesenen Aufschwung. Das beweisen nicht nur die über 350 registrierten Mitglieder, sondern auch die zuletzt durchgeführte Petition für den Erhalt der Räumlichkeiten, bei denen knapp 500 online-Unterschriften gesammelt wurden. Auch die vielen gelungen Veranstaltungen, Diskussionsabende oder die Stände beim Meraner Stadtfest, wo der Verein eine Auszeichnung für den schönsten Stand überreicht bekommen hat, sprechen hier eigentlich eine eindeutige Sprache. Wenn gewisse Menschen meinen sie können mit diesen und anderen Störaktionen die ehrenamtliche Tätigkeit des Vereins schwächen werden sie sich getäuscht sehen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter werden durch diese Vorfälle nur noch weiter motiviert werden, die alternative, freie und respektvolle Lebenskultur in Meran zu verbreiten. Der Präsident Michael Schwalt macht dahingehend deshalb eine klare Ansage: „Uns gibt es seit 30 Jahren und es werden noch weitere 30 Jahre dazu kommen, dafür werde ich in meiner Funktion als 1. Dieners dieses Vereins, mitsamt dem Vorstand und den zahlreichen anderen ehrenamtlichen Mitarbeitern sorgen! Besuche beim Bürgermeister, der Stadt- und Finanzpolizei werden folgen, denn wir lassen uns nicht länger schikanieren, diskreditieren und diskriminieren!"

 
Auch Suedtirolnews berichtet darüber


Der alternative Jugend und Kultur-Club "Ostwest" scheint der Stadtverwaltung von Meran immer wieder ein Dorn im Auge zu sein. Nach einer Unterschriftenaktion der Anrainer vor einigen Wochen wurden für den Erhalt des Clubs an die 500 Unterschriften gesammelt. 
Wir als Antifa sprechen uns für den Erhalt und die aktive Weiterführung des Clubs aus. Für alternative und autonome Freiräume, gegen Repression und Spießbürgertum!

lunedì 19 novembre 2012

"chiederemo aiuto ai neofascisti..."

Bozen vom 17. November 2012. Verschiedene Medien berichten davon dass die Anrainer der Garibaldistraße in Bozen sich wie in einem Ghetto fühlen. Um das Drogenproblem in den Griff zu bekommen und gegen illegale Einwanderer vorzugehen, wollen sie die Sache selbst in die Hand nehmen und neofaschistische Gruppierungen zu Hilfe rufen. Ein Anrainer spricht von "einer Organisation mit Sitz in Leifers", es handelt sich, wie könnte es auch anders sein, um Casapound.
So scheint eine "Bozner Problemlösung" auszuschauen...