So und jetzt zum Verfasser des Artikels. Sie sehen in der Antifa eine politisch homogene Masse, was jedoch nicht der Fall ist. Es gibt immer mehr Antifa Gruppen, die sich klar mit Israel solidarisieren. Ein bisschen Recherche, bevor man unqualifizierte Aussagen trifft, würden sicher hilfreich sein.
Unsere Kritik richtet sich dagegen, dass offenbar kein Interesse daran besteht Italiener an der Kundgebung zu beteiligen. Dabei brauchen wir gerade die italienische Bevölkerungsgruppe, um mit dem Faschismus in Südtirol endgültig abzuschließen. Wieso richtet sich der Aufruf der Schützen nicht auch an die Italiener? Der Protest der Schützen wird nicht von uns zu einem antiitalienischen Protest gemacht werden, wohl aber von den italienischen Rechtsparteien. Dies wird ihnen auch sehr leichtfallen, da es keine italienische Beteiligung am Protest gibt und für viele Italiener der Eindruck entstehen wird, die Kundgebung richtet sich gegen sie. In Bozen gibt es eine Gruppe von Partisanen. Wieso ladete man diese nicht, genauso wie die italienische Bevölkerung, offiziell ein? Das wäre ein Zeichen gewesen.
Die einzige Keule, die hier eifrig geschwungen wird, ist jene des Linksextremismus. Offenbar haben sie unsere Arbeit sehr genau beobachtet, um zum Schluss zu kommen wir wären Extremisten. Auch hier hätte ich nur gerne ein einziges Beispiel, das auf eine extremistische Einstelllung unsererseits hinweisen würde. Ich opfere sicher nicht viel meiner Freizeit für die Arbeti für die Initative für mehr direkte Demokratie oder bin Mitglied bei “Amnesty International”, um mich anschließend von Unwissenden als Extremist beleidigen zu lassen. Unwissenheit und Ignoranz sind sowieso zwei Wörter, die mir beim studieren ihrer Gedankengänge immer wieder in den Sinn gekommen sind.
Wo genau haben wir denn bitte Kritik im Keim erstickt? Wir geben jedem Interessierten die Möglichkeit, sich im Forum und GB unzensiert zu äussern (selbst Neonazis), was in Südtirol noch lange keine Selbstverständlichkeit ist. Weiters haben wir uns immer bemüht auf unseren Blog alle Seiten zu Wort kommen zu lassen. Von einer Unterdrückung anderer Meinungen oder dem Abblocken von Kritik keine Spur, aber sie werden mich mit ausgewählten Beispielen noch sicher vom Gegenteil überzeugen.
In der Tat sollte jedem Südtiroler, der in Geschichte bewandert ist, Faschismus und NS zuwiderlaufen. Die Betonung liegt auf sollte. Die in unserem Artikel genannten Polemiken sind nuneinmal Fakt. Ein Anitfaschismus in Südtirol kann nur zweisprachig sein und sich aus der Ablehnung von Faschismus und NS speisen. Es wäre schön zu sehen, dass sich die Schützen mit der gleichen Energie gegen Neonazis wenden würde, wie sie dies bei italienischen Faschisten machen. Wer die gestrige Sendung “Pro und Contra” verfolgt hat, wird sich auch berechtigt fragen, wieso die Schützen am 9. November, den Jahrestag der Reichsprogrommnacht, nicht auch den ermordeten Juden gedenken. In Innsbruck wurden unzählige Geschäfte zerstört und vier Juden umgebracht. Die Schützen sehen Tirol doch als Einheit. Warum gedenkt man also nicht auch diesen Ereignissen, und sei es nur durch eine kurze Kranzniederlegung am jüdischen Friedhof? Immerhin liegt die Teilung Tirols, an die man auch gedenkt, länger zurück als diese Geschehnisse. Darin sehen wir das Problem. In Südtirol wird immer nur auf den Faschismus der anderen Sprachgruppe verwiesen, der in den eigenen Reihen aber allzuoft ausgeklammert oder nicht thematisiert. Die Aussage von Herrn Bacher war symptomatisch. Auf die oben genannte Problematik angesprochen antwortete er man wolle sich zunächst um die italienischen Denkmäler kümmern. Genau durch diese Einstellung konnte die braune Pest erst so sehr auf Südtirol übergreifen. Jahrzehnte lang war mensch immer nur daran interessiert gegen den italienischen Faschismus vorzugehen. Der Einsatz gegen Faschismus ist immer zu würdigen, dabei kam aber die Geschichtsaufarbeitung in der eigenen Sprachgruppe zu kurz, was dazu führte, dass der NS nie vollkommen bewältigt wurde.
Wir müssen endlich zusammen arbeiten - Deutsche wie Italiener. Das haben die Schützen immer noch nicht begriffen und gerade deswegen wird dieser Protest die Kluft zwischen den Sprachgruppen eher vergrössern, als sie zu verkleinern. Eine etwas ausführlichere Analyse unseres Artikels hätte auch zu einem bessern Verständniss geführt. In Italien gibt es eine starke post- und neufaschistische Bewegung, ohne Frage. Gleichzeitig gibt es aber eine ebenso starke antifaschistische Gegenbewegung. Diese anzusprechen versuchen die Schützen gar nicht erst. Eine Differenzierung findet nicht statt. Es heisst immer nur wir gegen Italien. Wieso wendet man sich nicht an, die vom Verfasser genannten, demokratischen Italiener, um gemeinsam mit ihnen gegen die faschistischen Relikte zu protestieren? Wieso sind Italiener nicht zur Kundgebunng eingeladen? Sind sie kein Teil Südtirols? Gehören sie nicht zu unserer Gesellschaft? Haben sie nicht ein ebensolchers Interesse die Schatten der Vergangenheit zu beseitigen? Diese Fragen habe ich vielen Schützen gestellt. Auf eine Antwort warte ich immer noch.
“Also im Artikel darunter wettert die Antifa Meran gegen den italienischen Staat der Faschisten beschützt und gegen die rechtsextreme italiensiche Regierung und jetzt wird jeder Zusammenhang zwischen italienischem Staat und Faschismus abgestritten?” Zunächst haben wir die Geschehnisse in Rom analysiert und bewertet. Dabei haben wir auf die Verquickung von Sicherheitskräften und Faschisten hingewiesen und auf die Rolle der Regierung, die sofort einen Sündenbock präsentierte, aufmerksam gemacht. Wir "wettern" gegen die momentane Regierung, die deutliche faschistoide Züge aufweist, jedoch nicht gegen den italienischen Staat. Das ist ein kleiner aber bedeutender Unterschied. Die jetzige Regierung gehört besser heute als morgen nach Hause geschickt, damit eine neue, antifaschistische, Südtirol - und autonomiefreundliche an die Macht kommt.
Diese Differenzierung findet bei den Schützen nicht stattt. Für diese ist Italien IMMER der Feind. So ist unsere Aussage zu verstehen und mensch muss in seinem Horizont schon sehr eingeschränkt sein, um dies nicht zu verstehen.
Kommen wir abschließend noch zu den mehr als lächerlichen Vorwürfen bezüglich der Bilder. Zunächst bleibt festzuhalten, dass die Aussage diese würden von unserer Website stammen eine Lüge ist. Wir haben keine dieser hier gezeigten Bilder auf unserer Website. Davon kann sich jeder überzeugen. Ein kurzer Überblick über unsere Aktionen, Stellungnahmen, Artikel und Programme zeigt deutlich, dass wir uns immer klar von Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung diszanziert haben. Alles andere ist eine Lüge. Der Verfasser des Artikels hat wohl noch immer nicht verstanden, dass die Antifa-Bewegung ein Konglomerat aus den unterschiedlichsten politischen Ansichten ist. Wo wir stehen haben wir bereits zur Genüge gezeigt.
Ersichtlich wird die Unwissenheit des Verfasser besonders darin, dass er die Antifa als antisemitisch hinstellt, wenige Worte später jedoch mit dem Spruch “Bomber Harris do it again” aufwartet, wohl nicht wissend, dass es sich dabei um prozionistische und israelfreundliche Gruppen handelt, die diese Spruch verwenden. Scheinbar weiss sich der Autor nicht mehr anders zu helfen, als haltlose Anschuldigungen in den Raum zu werfen. Die Antifa Meran ist selbstverständlich linksextrem, deswegn unterstützt sie ja auch die Initative für mehr Direkte Demokratie und Friedensnetzwerke. Wir haben noch nie einen einzige Stein gworfen, verachten Uniformen, haben noch nie eine Fahne verbrannt oder uns noch nie menschenverachtend geäussert. Viel mehr macht unsere Solidarität vor keinen sprachlichen, kulturellen oder ethnischen Grenzen hat. Offenbar findet es der Autor legitim uns Sachen vorzuwerfen, auf die wir keinen Einfluss haben, statt uns nach unseren Taten zu messen. Demnach könnten wir den Verfasser des Artikels genausogut für die Vorgänge in den amerikanischen Folterlagern oder den Kriegen in Afghanistan und dem Irak verantwortlich machen, schließlich sind die US-Amerikaner auch Demokraten. Von solch billigen Tricks sehen wir aber ab. So tief sind wir noch nicht gesunken.
“Ich finde es eine Frechheit, wenn solch eine Organisation wie die Schützen derart diskreditiert. Die Methoden der Antifa erinnern doch eher an Ernst Röhms S.A., sie sind teils uniformiert und Gewaltbereit, dulden keine andere Meinung, verehren Symbole wie schwarze Fahnen und das Anarchiezeichen übermäßig und ihre bevorzugte Form von “Protest” ist der Kampf auf der Straße.” Dieser Abschnitt hat mich am meisten zum lachen gebracht. AUSGERECHNET VON SCHÜTZEN, ODER IHNEN NAHESTEHENDEN PERSONEN, MÜSSEN WIR UNS VORWERFEN LASSEN UNFIORMIERT AUFZUTRETEN (GLÜCKLICHERWEISE WERDEN UNIFORMEN BEI DEN SCHÜTZEN STRIKT ABGELEHNT), DIE VEREHRUNG VON SYMBOLEN ZU BETREIBEN (TIROLFAHNEN BEISPIELWEISE?) ODER EINEN HANG ZU KAMPF (DIE SCHÜTZEN BLICKEN WAHRLICH AUF EIN HÖCHST FRIEDVOLLE GESCHICHTE ZURÜCK) NACHSAGEN LASSEN?
Alles in allem werden in diesem Artikel schlecht recherchierte Halb- und Unwahrheiten verbreitet, sowie Klischees bedient, die über das mangelnde Argumentationsmuster hinwegtäuschen sollen.